Brushes & Tools

The precision brushes of the Beautyful Company are »masterpieces«

Rosemarie Schneider

Nach Jahren des Erfolgs als internationale Make-up–Createurin und als Mitgestalterin des Make-up–Berufes in den 1980ern,  gründet sie im Jahre 1997 ihr »Modellprojekt Ausbildung«.
Die Beautyful Company wurde ein Trainingszentrum für professionelle Make-up Artisten. Hier wurden die Berufsanfänger auf ihre vielseitigen Aufgaben und auf den täglichen Wettbewerb im schwierigen freischaffenden Beruf vorbereitet. Viele Absolventen sind heute in Top-Positionen bei großen Kosmetik-Firmen, in den Medien vertreten oder werden über Hair- und Make-up-Agenturen vermittelt.
Rosemarie Schneider: »Mein Wunsch war es von Anbeginn, diesem jungen und schönen Gestaltungsberuf ein erkennbares und kunstvolles Gesicht zu geben – das ist auch gut gelungen. Heute konzentriere ich mich weitgehend auf die Entwicklung von Schminkzubehör, was für mich sehr interessant ist, da Präzisionswerkzeuge und Schminkmaterial die Basis des Make-up’s sind und deshalb extrem wichtig.
Glücklicherweise habe ich in Deutschland hervorragende Pinselmeister als Partner gefunden, die meine Ideen von zeitgemäßer Entwicklung, Verbesserung und nachhaltiger Gestaltung mitgetragen und mitrealisiert haben.«


After years of success as an international Make-up artist as well as being a constant influence in what the Make-up
profession has evolved, she founded her »model project training« in 1997.
The Beautyful Company has become a training centre for professional Make-up artists. Here the young participants were prepared in order to handle their various tasks and competition in what is a difficult freelance profession. Many graduates are currently in top positions at large cosmetics companies, are known in today’s media landscape or are placed through hair and make-up agencies.
Rosemarie Schneider: »I always wanted to give this young and beautiful profession a recognizable face – and it worked out well. Today I focus mainly on the development of Make-up tools, which is very interesting as an ideal tool (combined with good Make-up) is the foundation to create a beautiful Make-up look.
Luckily, I found a brush manufacturer in Germany, that is a master of their trade, who support me in realizing my idea of modern and sustainable design.«

“Als Menschen brauchen wir Phantasie, um unser Leben aufregender zu gestalten. Wir brauchen Mythen und Symbole, um Leben zu verstehen. Wir brauchen Offenheit, um unsere Vorstellungskraft inspiriert und kreativ zu nutzen”.

Rosemarie Schneider beginnt als Maskenbildnerin an der Staatsoper München und wechselt als Make up Createurin zur Kosmetik– und Modeindustrie. Später, als freischaffende Redakteurin, spezialisiert sie sich auf Beauty und Fotografie und arbeitet für verschiedene Mode- und Kunstzeitschriften und erwirbt sich über Jahre hinweg einen überregionalen Ruf. Sie entwickelt Figuren für Fashion- und Beauty-Shows, Theater, Opern, Installationen und für viele Kunstprojekte. 1997 gründet sie in München die BEAUTYFUL COMPANY, ein Ausbildungszentrum für Hair Styling, Make Up und experimentelle Fotografie. Sie kuratiert verschiedene Fotoausstellungen und nimmt an künstlerischen Projekten im In- und Ausland teil. Die Gestaltung der Figur, im speziellen das Gesicht bleibt ihr zentrales Thema. „Der gesamte Modemarkt, die Werbeindustrie und das Show-Business leben von den immer wieder neu und glanzvoll gestalteten Persönlichkeiten – den Stars, Sternchen, Modellen und anderen Darstellern. Was aber wären all diese wunderbaren Wesen ohne die Phantasie jener, die sie maßgeblich erschaffen“?

Rosemarie Schneiders Verständnis für Gesichter und Schönheit, ihr Talent und vor allem die Technik ihres einzigartigen malerischen Stils ließen sie in den 1980er Jahren zu einer der gefragtesten Make Up- Artistinnen in London, Paris, Mailand und New York werden. Hier eine kleine Auswahl der Kunden: Elle, Harpers Bazar, Marie Claire, Vogue, Cosmopolitan. Zu ihren Kunden zählten große Kosmetikunternehmen wie Dior, Revlon, Shiseido, Rubinstein, Linique, Estee Lauder, L’Oreal. Mit weltweit bekannten (Mode- ) Fotografen verband sie eine lang jährige (Arbeits-) Freundschaft, z.B. Peter Lindberg, Claus Wickrath, Andre Rau, Herlinde Koelbl und viele andere. Das Theater, als ihr Kerngebiet, war immer Nährboden für besonders komplexe Spielfiguren. Eine Kunstform und gleichermaßen eine große Herausforderung, die sie mit außergewöhnlichen Regisseuren teilen durfte.

„Profession! Make up Artist! – Es war mir immer wichtig das kulturelle Niveau des Berufes anzuheben…”

Interview

Ich komme ursprünglich aus der klassischen Maskenbildnerei, das war mein Traumberuf. Als ich aber gesehen hatte, wie der – vor allem in den großen Theatern – praktiziert wurde, war ich völlig desillusioniert. Da war keine „Kunst“, da war ein ordentliches Handwerk. Sicherlich hoch einzuschätzen, aber sowas entsprach mir und meinem Lebensplan überhaupt nicht. Durch glückliche Umstände bekam ich nach meiner Friseur- und Perückenmacherlehre eine Assistenz bei einem bekannten Studio-Friseur. Der war der Shooting-Star der 1980er und für mich ergab sich dadurch die Chance für Modemagazine zu arbeiten. Da war die Kreativität, die ich suchte, kein Tag glich dem anderen, Wiederholungen waren unerwünscht, neue Herausforderungen waren Alltag geworden. Alles passte zu mir und meiner Vorstellung vom „kreativen Leben“. So blieb ich dabei und wurde zu einer erfolgreichen Make-up Artistin. Ich selbst habe mich nie als „Artist“ bezeichnet. Ich fand das immer prätentiös. Das finde ich heute noch, vor allem wenn ich sehe, wie viele durchschnittlich arbeitenden Leute sich „Artist(in)“ nennen.

Wie genau definiert sich der Beruf – damals und heute?

Ein junger Modeberuf in den 1980ern. Attraktiv, vielseitig, spannend, aber doch weitgehend fremd. Welche Inhalte oder auch Facetten gehörten zu diesem Beruf? Dieser Frage nachzuspüren fand ich sehr spannend. So habe ich eine erste Arbeitsgruppe gegründet und eine Art „Lehrmodell“ daraus entwickelt. Zunächst als Test-Version, aber schon mit der Option diese auch als Lehrberuf zu praktizieren – und es funktionierte! Zwar war die Vermittlung und Bearbeitung von Gesichtern via Schminke extrem kompliziert, weil darin eine einmalige Individualität liegt, aber durch die notwendige Praxis-Erfahrung und ausreichend Lernzeit war das zu machen. So habe ich meine Idee, dem Beruf ein klares und definiertes „Gesicht“ zu geben, weiterverfolgt und spezialisiert. Als sich mehr Teilnehmer fanden und das Projekt zunehmend Form und Gestalt annahm, habe ich nach einem geeigneten Namen dafür gesucht. Was lag näher als die einfache Bedeutung des Wortes „Schönheit“ zu nutzen. Die „Beautyful Company“, die „Schöne Firma“! Das wurde sozusagen das Synonym und Forum für alles was wir im Bereich kreativer Gestaltung entwickelt hatten.

Die Schönheit und ihre vielen Gesichter.

Im Laufe der Jahre haben wir viele Make-up und Fotografie Experimente gemacht und interessante Ergebnisse erzielt. Mit „Schönheit im kommerziellen Sinn“ hatte das nur bedingt zu tun, allenfalls mit einer Idee von Schönheit. Das herauszuarbeiten war ja meine/unsere Absicht und erklärtes Ziel. Markt und die Medien vermitteln Schönheit vor allem unter dem Aspekt des Werbens und Verkaufens. Ökonomisch sicher wichtig, aber in der Darstellung zu einsilbig. Ich bin interessiert an größtmöglicher Vielfalt und dies beinhaltet die Gestaltung von Personen für unterschiedlichste Bereiche und Bedürfnisse. Vor allem das Show-Business, die Modepräsentationen in Social Medias, der Mode-Magazine und Runway Shows. Ich sehe „Make up“ viel umfassender und ich habe es immer als kreatives Konzept angewendet und vermittelt.

Unsere ästhetische Zukunft?

Ein wichtiges Thema. Die Gesellschaft ist durch ihren „Jugendwahn“ im Begriff sich ästhetisch umzuformen. Im Gegensatz zu „Anti“ wird auch „Pro-Age“ zukünftig eine Rolle spielen. Das Alter war in der Mode zuletzt ein Tabu-Thema, aber im Zuge gesellschaftlicher Veränderungen werden Verhältnisse neu definiert. Wir werden lernen „anders“ zu sehen. Neue Schönheits-Ideale – ich will es mal „fremdartige Gesichter“ nennen –sind ein manipulativer Prozess. Wenn eine 70jährige heute wie eine junge Frau aussehen kann, dann ist unser Blick für das natürliche Altern verstellt. Aber solange die Falten in unserem Gesicht uns in Angst und Schrecken versetzen, solange haben wir ein schlechtes Verhältnis dazu. Der zwingende – und heute auch einfache Weg zu vermeintlicher Schönheit, könnte der Besuch beim Schönheits-Spezialisten werden. Und um Ihre Frage zu beantworten: Tendenz hoffnungslos steigend!

Die Fotografie als kongenialer Partner?

Ja, weil das Bild fixiert, was wir mittels unserer Arbeit nicht leisten können. Wir arbeiten mit Schminke am lebenden Modell, nicht auf Papier oder Leinwand wie ein Maler. Das Bild ist unsere Kommunikationsform, die kreative Möglichkeit und unsere unerlässliche Referenz.

Welche Rolle spielt die digitale Fotografie?

Auch für uns sind die digitalen Möglichkeiten ein großes Thema. Durch die Rechner wird unsere Arbeit schnell und absolut perfekt retuschiert, ersetzt, verbessert. Das ist spannend, aber auch bedrohlich. Vor allem wenn man im guten Glauben an das bessere Ergebnis, die „perfekte“ Maschine dem „fehlbaren“ Menschen vorzieht. Ich selbst lasse mich dadurch nicht entmutigen! Im Gegenteil, ich betrachte mittlerweile die Maschine als nützliches „Ersatzteil“…

Rosemarie Schneider erhält „Goldene Maske für Visagistik“

Die Münchener Make-up Künstlerin Rosemarie Schneider erhält die Auszeichnung „Goldene Maske für Visagistik“ 2010 für ihre intensiven Bemühungen um die staatliche Anerkennung des Visagistenberufes. Die Auszeichnung soll ein Ansporn sein, ihr Ziel vom Ausbildungsberuf „Visagist“ weiterhin mit großem Engagement zu verfolgen, begründet das Auswahlgremium seine Entscheidung zur Preisverleihung. Die Verleihung findet im Rahmen der BEAUTY INTERNATIONAL in Düsseldorf statt.

Ich hätte nie erwartet, dass diese Auszeichnung an mich geht. Im Gegensatz zu vielen Kollegen, die mir freundlicherweise sagten, ich sei diejenige, die diese schon lange verdient hätte. Bei genauer Überlegung stimmte ich dem aber auch zu.

Ich arbeite schon so lange an meinem „Modellprojekt Ausbildung!“ Inhalt und erklärtes Ziel ist die staatliche Anerkennung des Make-up Berufes. Sich zum Make-up Artisten auszubilden ist und bleibt ein schwieriges Unterfangen. Noch gibt es keine geregelte Form und dementsprechend auch keine unterstützende Lehrausbildung. Statt dessen bewegen sich unzählige private Anbieter über das dünne Netz oberflächlicher Schmink- Programme. Die meisten führen nicht zum Erfolg, das heißt, die Voraussetzungen um diesen Beruf professionell auszuüben sind nicht geschaffen. Über die vielen Jahre meiner Tätigkeit habe ich sehr viele junge Leute erlebt, die sich voller Hoffnung und Zuversicht den großartigen Versprechen unseriöser Anbieter ausgeliefert haben. Ebenso viele Eltern habe ich erlebt, die verzweifelt nach einem richtigen und auch realistischen Berufsmodell suchten, um ihre Kinder und sich selbst von den immensen Zahlungen zu schützen. Es ist ein Strom nicht enden wollender Schwierigkeiten und deshalb muss ein STAAT sich darum kümmern! Das kann eine private Person, wie ich es bin langfristig nicht leisten. Soviel Zeit, Geld und Energie habe ich nicht … Nicht zuletzt will – und muss ich- mit meinen Arbeitsgruppen weiter lernen und weitere Studien für die Anerkennung des Berufes als Lehrberuf betreiben.

Auf interessante Weise spielt dieser Beruf in alle möglichen Bereiche, wie die Fotografie, das Mode-Design, die Illustration, die digitale Bildarbeit, usw… Es ist eine interdisziplinäre Berufsform. Über die fließenden Grenzen zu anderen Berufen wird der Make-up Artist zu einem extrem interessanten Gestalter.

Beteiligung an Ausstellungen

Beteiligung an Ausstellungen
2011 Kunsthaus Wiesbaden – Fotoausstellung Antje Hain, „Des Meeres und der Liebe Wellen“
2011 BMW Museum München – „BONUS 11“, Show der Deutschen Meisterschule für Mode
2008 NY, „Gorillatracking.net – The art of an imaginary“
2008 NY, „subways“, – Fotoausstellung von Robert Discalfani
2007 Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg – 12 Frauenbilder, Mode & Fotografie

Beteiligung an Performances

2007 Comic-Festival, München, „Featuring a Superheroine“
2005/06 AGV, München, „Re-Play Shakespeare, All wish to appear“– Multimedia-Kunstprojekte
2005 Weltmusikfestival in Stans, Schweiz „Der Kastanienball“,
2004 Bayerische Staatsoper München, Opernfestival, „Der Kastanienball“

Publikationen

2011 MADAME, Magazin, „So Glamourös“, Sparkling-Look für die Zeitschrift
2010 Make Up International, Messe Düsseldorf – Die Verleihung der Goldenen Maske
2007 Tout va Bien, Magazin für Photografie – Kunst und Kommerz in der Photographie
2006 ART-ATTACKS– considerations on the artificial femininity
2008 OnPaper II – The face as a concept of aesthetic
2007 OnPaper I – Cover-Looks –die Ästhetik der dramatischen Figur
2005 Urban Coffee Design Magazin – Kunstgriffe, Betrachtungen über die künstliche Weiblichkeit